Bernd Joppichs Weblog


Bernd Joppich, Lernertagebuch
11. Februar 2008, 9:11 pm
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Nachtrag zum Ende vom Ende

Am Donnerstag habe ich unseren Stuttgart-Webquest, die letzte Aufgabe für MMF2, so abgeändert, dass alle Seiten in einer dreispaltigen Form erscheinen. Der Webquest ist jetzt um einiges ansehnlicher und lesbarer als in der früheren Fassung. Nötig war das für MMF2 eigentlich nicht mehr, wie ich dem Gruppenbuch entnehme; unsere Tutorin sieht diese Aufgabe als erfüllt an. Ich konnte so aber weitere Erfahrungen mit Nvu sammeln.

Trotzdem bleiben für mich immer noch Probleme: Die Erstellung von Listen in Nvu funktionierte nicht so, wie ich es wollte – die Schriftgröße der Nummerierung eines Absatzes passte nicht zur Schriftgröße des Absatzes. Das war in der früheren Fassung ganz extrem unschön. Ich sehe bisher noch keine Möglichkeit, diese beiden Größen in Nvu aufeinander zu beziehen.

Am Donnerstag jedenfalls ließ ich die Listenerstellungsfunktion in Nvu beiseite und stellte die erste Einrückung eines Absatzes per Tabelle her. Das funktionierte gut. Der Text bestand dann aus einer zweispaltigen Tabelle; in der ersten Spalte steht die Nummer und in der zweiten Spalte der Absatztext. Aber die zweite Einrückung, also die Einfügung einer Tabelle in die zweite Tabellenspalte, ging nicht mehr gut. Also habe ich den Text der Unterabschnitte voräufig per Leerzeichen von a), b), c) abgesetzt. Das klappt bei Einrückungen, die nur aus wenigen Worten bestehen, wie in Seite 2 des Webquests.

Außerdem habe ich den Verdacht, dass die geänderten Einzelseiten des Webquests erheblich mehr Speicherplatz benötigen als die früheren Fassungen, auch wenn Passagen der früheren Fassungen in der neuen Version gelöscht sind. Vielleicht bedeutet das, dass das Löschen von Textteilen nur darin besteht, dass diese Teile „auskommentiert“ werden. Eine interessante Frage für Fachleute.

Fazit: Die Handhabung von Nvu erschien mir am Anfang, als ich mich zum ersten Mal damit beschäftigte – also vor fünf Wochen – sehr leicht. Doch je länger ich damit arbeite – und vielleicht auch anspruchsvoller werde -, desto schwieriger wird es subjektiv.

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Bernd Joppich, Lernertagebuch
2. Februar 2008, 2:46 pm
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Gestern konnte ich weitere positive Erfahrungen mit Nvu sammeln. Ich habe die etwas simpel gestrickte, einspaltige Webseite über die Umgebung von Stuttgart in eine ansprechendere dreispaltige geändert. Ich denke, dass diese Fassung besser lesbar ist als die vorige. Und weil die Seite sehr lang ist, konnte ich auch gleich die Gelegenheit nutzen und ein Inhaltsverzeichnis erstellen. – Dabei habe ich zwei Dinge gelernt:

  1. Die Kopierfunktion nimmt auch Links mit. Ich konnte tatsächlich die in der ursprünglichen Fassung enthaltenen Links in die mittlere Spalte der neuen Seite per Kopieren und Einfügen übernehmen. Auch seiteninterne Verweise bleiben erhalten. Eine große Zeitersparnis.
  2. Die Funktion „Inhaltsverzeichnis einfügen“ in Nvu ist sehr nützlich. Man muss nur darauf achten, dass alle gleichrangigen Überschriften auch in derselben Überschrift-Schriftgröße geschrieben werden. Und Überschriften von Unterkapiteln sollten einen Schriftgard kleiner sein. Dann kann das Programm damit gut umgehen. Zum Beispiel sind in meinem Text die Titel „Esslingen“, „Waiblingen“ und „Ludwigsburg“ auf demselben Niveau. Ich habe ihnen die Schriftgröße „Überschrift 3 “ zugewiesen. Untertitel sind in diesem Text „Schwäbische Alb“ und „Schwarzwald“. Diese Titel haben die Schriftgröße „Überschrift 4“. Das heißt, die Zuordnungen im Menü von „Überschriften einfügen“ waren: h1 > Überschrift 3, bzw. h2 > Überschrift 4. Mit diesen beiden Informationen kam das Programm bei der Erstellung des Inhaltsverzeichnisses aus. Die Titelzeilen der Seite, „Bernd Joppich“ bzw. „Die Umgebung von Stuttgart“ kommen – wie es gedacht war – im Inhaltsverzeichnis nicht vor . Warum? „Bernd Joppich“ hat die Schriftgröße „Überschrift 1“, und „Die Umgebung von Stuttgart“ hat die Größe „Normaler Text“, aber vergrößert.

Geklärte Frage:

  • Kann man Kommentare in einem Blog ändern, nachdem man sie akzeptiert hat?
    Ja, man kann. Im Dashboard wird im Fenster „Kommentare“ der betreffende Text angezeigt. Darunter gibt es – wenn er schon akzeptiert wurde – die anklickbaren Optionen Bearbeiten / Löschen / Zurückweisen / Spam.

Damit sind meine Überlegungen zum Vorschlag von Uli Mattmüller (Tagebuch, 11.12.2007) hinfällig. Man kann, wie Uli meinte, in einem Blog den Schülern Aufgaben stellen, sie können ihre Lösung als Kommentar in den Blog stellen, und ich kann als Lehrer diese Kommentare korrigieren.

Ungeklärte Fragen:

  • Tabellen im Blog. Es muss gehen. Siehe zum Beispiel den Webquest von Elvira Burster, erstellt für den MMF2-Kurs. Zum Hochladen in den Blog sind nur folgende Formate möglich: jpg, jpeg, png, gif, pdf, doc, ppt, odt. Folglich scheint es nur den Weg zu geben, eine Tabelle in Power Point zu erstellen und dann hochzuladen oder als PDF. Oder man muss direkt mit dem Quelltext arbeiten. Etwas anderes geht offenbar nicht; ich habe es ja selbst erlebt, wie eine Word-Tabelle nach dem Einfügen in den Blog-Text in sich zusammengefallen ist.
  • Verwendung von Stylesheets in Nvu.


      Bernd Joppich, Lernertagebuch
      31. Januar 2008, 12:02 am
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      Ingrid, Daniela und ich hatten gestern Nachmittag als MMF2-Arbeitsgruppe die Schlussbesprechung . Wir haben unsere verschiedenen Vorarbeiten diskutiert und die Lösungen abgeschickt. Unser Konzept eines Webquests, das wir in Modul 3 erarbeitet hatten, konnten wir in verschiedenen Versionen darstellen: als Power Point-Präsentation und als Website. Je nach Interessen und persönlichen Wünschen hatten wir die Arbeit aufgeteilt. Ingrid und Daniela hatten in Power Point gearbeitet, und ich hatte mit Nvu eine Website erstellt. (Und als „Nebenprodukt“ habe ich gleich eine eigene Homepage für mich gebastelt, die ich dann später als Ort für das Speichern von Unterrichtsmaterial nutzen will.)

      Große Erleichterung gestern, der Zeitdruck fällt von uns ab. Für mich wenigstens war die Arbeit an den Webseiten – neben meinem Vollzeitjob – durchaus eine größere Belastung.

      Zum Beispiel war einen Tag vor der Besprechung, am Dienstagabend Hektik angesagt. Ich sehe mich noch, wie ich die letzte Fassung der Homepage-Indexseite in der Eile vor dem Hochladen falsch umbenannt habe und dann wenig erfreut feststellte, dass dann wieder die allererste Fassung als Indexseite im Netz stand. Also ruhig, ruhig, noch mal nachdenken und den Papierkorb gefühlvoll noch dem kostbaren Stück durchsuchen. Es durfte nicht verloren gegangen sein.

      Doch als nach dem erneuten Hochladen die beiden Bilder vom ÖZ auf der Homepage nicht erschienen, sondern nur der ihnen zugewiesene Platz und der Alternativtext, war ich mit meinem Anfängerlatein definitiv am Ende. Das war dann das zweite Mal bei meiner Arbeit mit Nvu, dass ich Emis Hilfe doch in Anspruch nehmen musste. Sie fand beim Durchmustern des Quelltextes den Fehler – einen einigermaßen hinterhältigen Fehler, wie ich finde. Ich hatte den Bilddateien die Namen „ÖZ Weihnachten“ bzw. „ÖZ Weihnachten 1“ gegeben. Diese Namen enthalten Großbuchstaben und Pausen, und das mag Nvu offenbar gar nicht gerne. Bei der Erstellung der Links in der Nvu-Datei hatte das scheinbar nichts ausgemacht, auch die Vorschau zeigte beide Bilder korrekt (!), aber der Homepage-Server hat mir diese Namen beim Empfang der Dateien übel genommen.

      Ich werd´s nicht mehr vergessen, sämtliche für Nvu bestimmte Dateinamen klein und in einem Wort zu schreiben. – Leider habe ich in der sonst sehr guten Nvu-Hilfe darüber nichts gefunden.

      Ansonsten sind wir drei mit unseren Resultaten erst einmal zufrieden.



      Bernd Joppich, Lernertagebuch
      13. Januar 2008, 2:03 pm
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      Am Freitag sprachen Margareta Mönig und ich länger über den Stand unserer B2. Es ging dabei auch um die interaktiven Übungen, die auf der Homepage des Hueber-Verlags zum Lehrwerk em neu angeboten werden. Wir möchten versuchen, auf dem Weg über diese Übungen, die Wortschatzkenntnisse in unserer Klasse zu verbessern. Diese Übungen sollten möglichst als zielgerichtete Wiederholung, lektionsbezogen von den Kursteilnehmern genutzt werden.

      Ich stellte gestern die entsprechende Lernempfehlung der Lehrer in unsere Klassenzeitung (M2007) und möchte am Montag im Unterricht in der Klasse auch dafür werben.

      In der ursprünglichen Fassung des Textes „Lerntipp“ gab es auch eine Tabelle, in der die verschiedenen Lektionsnummern der ersten und der zweiten Auflage von em neu gegenübergestellt wurden. Bei dieser Gelegenheit musste ich frustriert feststellen, dass ich Tabellen nicht in den Blog-Text übernehmen kann – zumindest sehe ich bis jetzt keine Möglchkeit, ein solches Tabellenformat in den Blog-Text einzubauen. Eine wichtige, wenn auch negative Erfahrung.

      Das hat zum Beispiel die Konsequenz, dass ich Fotos und ihre Beschriftung nicht in Tabellen einfügen und so „zusammenhalten“ kann, wie das in Word möglich ist. Also, nach anderen Lösungen suchen.

      In den Weihnachtsferien habe ich – an einem produktiven Nachmittag – in Hot Potatoes mein Problem der Fehlermeldungen in Zusammenhang mit dem Feld „Index“ geklärt. Es bleibt jetzt nur noch der letzte Schritt – solche Übungen zu veröffentlichen.



      Bernd Joppich, Lernertagebuch
      11. Dezember 2007, 11:21 pm
      Filed under: Nicht kategorisiert

      Ich – oder besser wir, nämlich unsere Arbeitsgruppe – sind zur Zeit in Nöten. Vorbei das lockere, Neugier-geleitete Lernen, Entdecken und Ausprobieren. Der Zeitplan des MMF2-Kurses ist einigermaßen weltfremd, weil wir bis Silvester die zwei Aufgaben des Moduls 3 abgeben sollen. Vor Weihnachten können wir uns noch einmal am nächsten Montag treffen, dann nicht mehr; und in den Ferien ist nicht einmal eine Abstimmung per E-Mail möglich. Das bedeutet, dass wir noch eineinhalb Wochen Zeit für die Lösung der Aufgaben haben. In dieser Zeit sollen wir ein Reisetagebuch für eine Region Deutschlands schreiben und eine Webquest-Aufgabe erstellen. Wir werden also als Reisetagebuch ein paar Internetadressen zusammensuchen und durch einen knappen Text verbinden. Nix mit genüsslich Tee trinken und surfen, wie es Reinhard Donath vorschlägt. – Das mit dem Erstellen eines Webquest-Konzepts erscheint mir momentan noch fragwürdiger.

      Dementsprechend gereizt ist die Atmosphäre in der Arbeitsgruppe, frei nach dem Motto: „Wo hast du denn die Lösung, du Schlauberger?“ – Was so natürlich nicht gesagt wurde, aber doch „in der Luft hing“. Ins MMF2-Forum ausweichen? Geht für mich nicht, da wir dort nur als Gruppe auftreten können.

      Ich muss deshalb die Punkte, die für mich im Moment wichtig sind, auf die Zeit nach der Abgabe der Lösungen verschieben:

      • Die technischen Fragen in Bezug auf Hot Potatoes sind für mich weitgehend geklärt, so glaube ich wenigstens. Es bleibt noch das Problem, warum beim Klick auf „Index“ bzw auf den Rechtspfeil die Fehlermeldung „Datei nicht gefunden“ erscheint. Vielleicht doch noch ein größeres Verständnisproblem? Ich brenne darauf, Hot-Pot für die Klassenzeitungen nutzbar zu machen.
      • Problem im Verwalten der Blogs: Wie kann man die Archvierung steuern?
      • Ideen zur Verwendung der Blogs für den Unterricht. Gestern sagte mein Kollege Uli Mattmüller, der Lehrer könne doch der Klasse einfach eine Aufgabe in den Blog schreiben. Und die Kursteilnehmer sollten dann ihre Beiträge als Kommentar dazu schreiben. Das bedeute für den Lehrer den geringsten Aufwand, und alle Teilnehmerbeiträge stünden schön geordnet beieinander, an einer Stelle im Blog. – Ich habe bisher die Schülerbeiträge, die mir als E-Mail zugeschickt wurden, per Kopierfunktion in die Blogs eingefügt. Der Aufwand ist größer. Aber, wie ich mir überlegt habe, gibt es einen Nachteil der Uli-Lösung: Wenn ich einen Teilnehmertext als Kommentar genehmigt habe, kann er nicht mehr korrigiert werden, sondern er müsste als Ganzes gelöscht und neu geschrieben werden.
      • Ich muss die Arbeit mit Bildern mehr üben.
      • Mit meiner Kollegin Margareta Mönig über Webquests sprechen. Relevanz für unsere Klasse.
      • Positiv: Im ÖZ sind jetzt WLan-Anschlüsse für die Laptops installiert. Ich kann jetzt im Unterricht ins Netz.


      Bernd Joppich, Lernertagebuch
      29. November 2007, 11:09 pm
      Filed under: Nicht kategorisiert

      Wie ist das? Soll ich Schülerbeiträge korrigieren, bevor sie in die Internetzeitung kommen?

      Die Antwort sah so einfach aus: Natürlich nicht. Wenn der unkorrigierte Text in der Zeitung steht, haben die Kursteilnehmer die gute Möglichkeit, sich über die Sprache auszutauschen (direkt im Gespräch oder per Blogkommentar). Und das Ergebnis dieses 14tägigen Austauschs ist dann eine verbesserte sprachliche Fassung. So habe ich das für mich am 12. November entschieden, im Hinblick auf den Kurs M2007, Niveaustufe B2.

      Doch gestern habe ich für den Kurs D2007, in dem ich mit Ingrid Herrmann zusammen unterrichte, eine weitere Kurszeitung eingerichtet. Das ist ein Kurs, der erst seit eineinhalb Wochen existiert, Niveau A1, die meisten absolute Anfänger. Und als ich die ersten Texte – über die Heimatländer – hochladen wollte, geriet ich in ein Wechselbad der Gefühle. Sollte ich sie wirklich unkorrigiert veröffentlichen?

      • Die Kursteilnehmer sind sicherlich sehr stolz, dass sie nach so kurzer Zeit schon einen deutschen Text schreiben können. Wie reagieren sie innerlich darauf, wenn sie (eventuell später) erfahren, dass ihr Text „voller Fehler“ war?
      • Vielleicht schämen sie sich, wenn unter ihrem Namen „in der Öffentlichkeit“ Texte erschienen, die Fehler enthielten.
      • Manche werden nach dieser Erfahrung übervorsichtig reagieren und sich ihre Texte von kompetenten Bekannten vor der Veröffentlichung korrigieren lassen. Will ich das?
      • Die Kursteilnehmer haben in den vergangenen eineinhalb Wochen höchstens die Kompetenz aufgebaut, die Orthographie der vorkommenden Wörter zu beurteilen und, wenn es gut geht, die grammatische Korrelation von Subjekt und Prädikat.
      • Andererseits verbessern sie sich sprachlich im Kurs schon gegenseitig, etwa bei Gruppenarbeiten, und helfen sich im Wortschatz aus. Doch wie funktioniert das mit der Korrektur von Texten, die in der Zeitung stehen oder in die Zeitung kommen sollen?
      • Gegenseitige Korrektur ist eine feine Sache, sie stabilisiert die sprachliche Kompetenz. Den objektiven Blick gegenüber dem eigenen Text zu entwickeln, ist eine große Lernleistung und gehört zu den zentralen Zielen des Fremdsprachenerwerbs.

      Ich merke: Die Kurszeitung ist – zumindest auf der emotionalen Ebene – eine andere Öffentlichkeit als das Plenum des Kurses. (In der Realität wahrscheinlich nicht, weil sowieso nur die Schüler und vielleicht ein paar Bekannte die Zeitung lesen.) Es ist etwas anderes, wenn man im Unterricht sich gegenseitig hilft, oder wenn man seinen Freunden oder Verwandten stolz den eigenen Beitrag präsentiert und dabei als Rückmeldung bekommt: „Das, das und das ist falsch.“ Das heißt, ich muss als Lehrer zwischen Klassen-Öffentlichkeit und Blog-Öffentlichkeit differenzieren. Ich muss meine Leute auch ein Stück weit vor öffentlicher „Bloßstellung“ schützen. Oder?

      Das könnte in der Konsequenz auch bedeuten, dass man die Tagesarbeit nicht in einem Blog, sondern auf einer Plattform mit Passwort-Zugang abwickeln sollte, also in einer Art geschützter Öffentlichkeit, wie es der Kurs für die Lernenden ja auch ist: Tagesarbeit auf der Plattform, „Sonntagsarbeit“ (= Ausstellung für die allgemeine Öffentlichkeit) im Blog.

      Interessanterweise hat es mir aber gestern gar nichts ausgemacht, einen Beitrag von Sharon aus der B2, der einige deutliche Fehler und Unklarheiten enthält, unkorrigiert in ihre Klassenzeitung zu stellen. Aus zwei Gründen: Sharon hat im Kurs bei Arbeiten schon viele gute Ergebnisse erzielt. Sie hat – wie ich denke – das nötige Selbstbewusstsein, mit der Erkenntnis umzugehen, dass ihr Text noch verbesserungsbedürftig ist.

      Wie geht es weiter? Wahrscheinlich werde ich irgendwelche Kompromisse machen. In der A1 werde ich die ersten zwei oder drei Texte korrigieren, in der B2 werde ich wie verabredet mit den Texten verfahren.



      Bernd Joppich, Lernertagebuch
      25. November 2007, 7:28 pm
      Filed under: Nicht kategorisiert

      Didaktische Überlegungen: Vom Nutzen diverser Hot-Potatoes-Übungen für die B2

      Wir benutzen an unserer Schule in der B2 das Lehrbuch „em neu“, Hauptkurs. Das Buch hat Vorzüge, aber auch Nachteile. Ein großer Mangel dieses Buchs ist es, dass der Lernwortschatz nur in Wortlisten zusammengestellt ist und nicht im Zusammenhang von Sätzen.

      Mit dieser Meinung stehe ich im Lehrerkollegium nicht allein da. Besonders meine Kollegin Erika Seeger-Schneider hat, seitdem wir „em“ benützen, immer wieder auf dieses Problem hingewiesen. Sie empfindet die Lernwortschatz-Listen geradezu als einen didaktischen Rückschritt gegenüber den „Wörterheften“ des Lehrwerks „Stufen“, das wir von der A1 bis zur B1 benützen. Denn dort wird das neue Vokabular im Kontext von Sätzen eingeführt. – Immerhin, die neu zu lernenden Wörter erscheinen im Arbeitsbuch von „em“ unter der Rubrik „Lernwortschatz“, und dadurch wird für die Lerner eine Auswahl getroffen, welche der Wörter, die in den Lektionstexten neu auftauchen, wichtig und welche weniger wichtig sind.

      Nachdem ich Hot Potatoes kennengelernt habe, glaube ich, dass man mit Übungssequenzen, die mithilfe von Hot Potatoes erstellt werden, diesen Mangel beseitigen kann. Wobei ich so vorgehen würde: Zunächst werden die Lektionstexte bearbeitet. Dabei werden neue Wörter sowieso in irgendeinem Zusammenhang thematisiert. In einer zweiten Phase werden die neuen Wörter im Zusammenhang mit der Lernwortschatz-Liste erneut präsentiert. Das sollte im Unterricht in der Klasse passieren. Ich als Lehrer sollte für Rückfragen unbedingt zur Verfügung stehen; ich erlebe es fast ständig, dass Wörter, die in der Liste erscheinen, vielen Kursteilnehmern völlig fremd sind. Eine große Entlastung sind in dieser ersten Wiederholungsphase Lückentexte auf Papier; das neue Vokabular wird im Zusammenhang von Sätzen präsentiert, die schon eine Bedeutungsrichtung angeben.

      Doch eine solche Übung auf Papier ist meiner Erfahrung nach nicht genug. Hier wären Hot-Potatoes-Übungen eine wunderbare Ergänzung. Man könnte sie als Dauer-Wiederholungsübungen ins Netz stellen. Selbst wenn es simple Übungen sind, das würde nichts machen: Wiederholen ist alles, und Klicken macht Spaß.

      Warum reichen Papierübungen nicht aus? Sie haben einen großen Nachteil. Viele Kursteilnehmer schreiben ihre Lösungen direkt in die Lücken, und danach sind die Blätter zum Wiederholen nur noch halb so viel wert wie vorher. Der geniale Ansatz der Autoren von „Stufen“, die Lösungen an den Rand der Übungssätze schreiben zu lassen, damit man sie mit der Hand abdecken und später wie in einem Vokabelheft wiederholen kann, scheitert oft in der Praxis. Und zwar gerade bei Schülern, die kein hoch entwickeltes Methodenbewusstsein haben, also bei denen, die die Übungen gerade brauchen. Sie schreiben ihre Lösungen in die Lücken, denn dort ist optisch der direkte Bezug zum Text. Da kann ich als Lehrer reden, wie ich will, ich dringe sehr oft nicht durch. Hier gibt es also einen echten Bedarf, den Hot Potatoes abdecken könnte. Die Lücken in einer Hot-Potatoes-Übung sind zu Beginn leer; sie werden direkt ausgefüllt, und am Ende gibt es eine Kontrollmöglichkeit.

      Ich werde es am Anfang mit einfachsten Lückentexten probieren. Ausgefeiltere Übungen entstehen im Laufe der Zeit sicherlich.

      Für mich als Lehrer würden derartige Übungsmöglichkeiten auch in einer anderen Hinsicht entlastend wirken. Die erste Wiederholung neuen Vokabulars ist relativ zeitaufwändig. Und ich bekomme öfters ein schlechtes Gewissen, ob diese Zeit auch gut angelegt ist, wenn dann keine weitere Bearbeitung des Vokabulars mehr erfolgt. Dieses schlechte Gewissen wird dann auch noch durch Fragen von Kollegen verstärkt: „Was hast du eigentlich die ganze Zeit im Unterricht gemacht?“ (Ich gelte unter den Kollegen eh als trödelig.) So könnten heiße Kartoffeln mein schlechtes Gewissen vielleicht ein wenig abkühlen helfen.