Bernd Joppichs Weblog


Top-Thema der dw: Antarktis-Eis

MMF3, Modul 2, Einheit 1, Aufgabe 2

Eine Unterrichtsstunde mit dem Top-Thema der dw vom 4.3.2008

Das Top-Thema lautet „Die Wahrheit liegt im Eis“. Es gibt sicher in den meisten Lehrwerken ein Kapitel über Wetter und Klima, mit dem dieses Top-Thema verbunden werden könnte. Ich verwende im Moment das Lehrwerk „studio d“. Für die Niveaustufe B1 gibt es die Einheit 6, in der es um Klima und Umwelt geht. Hier passt eine Anbindung des Top-Themas. Ich würde das Top-Thema als ergänzendes Angebot nach der Bearbeitung von Einheit 6 oder in einer späten Phase dieser Arbeit bringen. Das bedeutet, dass mit der vorangegangenen Arbeit im Lehrwerk schon ein Teil der Vorbereitungsarbeit für das Top-Thema getan wäre.

Als Vorbereitung der Arbeit an der Lektion – oder, wenn ich ohne Lektionsanbindung arbeiten will, als direkte Vorbereitung des Top-Themas – gebe ich drei Tage vorher allen Kursteilnehmern folgenden Arbeitsauftrag:

Bilden Sie bitte Arbeitsgruppen zu je vier Personen! Suchen Sie sich im Internet oder im Fernsehen Wetterprognosen.

  • Gruppe 1: Wetterprognosen für ganz Deutschland
  • Gruppe 2: Wetterprognosen für Baden-Württemberg
  • Gruppe 3: Wetterpognosen für die Region Stuttgart
  • Gruppe 4 sind die Wetterbeobachter.

Sie müssen also an drei Tagen Notizen machen. (Gruppe 4 beginnt einen Tag später als die anderen Gruppen.) Fassen Sie bitte an jedem Tag die Notizen aller Gruppenmitglieder zusammen und stellen Sie sie auf einem Poster dar! Natürlich können Sie auch Prognosen notieren, die voneinander abweichen. Stellen Sie diese Abweichungen auch dar. Die Poster werden im Klassenraum aufgehängt. – Die Beobachtergruppe 4 sollte das reale Wetter in Stuttgart jeden Tag beobachten und auf einem Poster darstellen.

Unterrichtsverlauf:

  • Die Gruppenergebnisse werden im Plenum verglichen. Kann man Unterschiede in den Prognosen erkennen? Abweichungen vom realen Wetter?
  • Über das Wetter in Stuttgart im Allgemeinen sprechen im Vergleich zum Wetter in den Heimatländern.
  • Wortschatzarbeit: Der Wortschatz wurde durch die Lektüre der Wettervorhersagen schon teilweise eingeführt. Jetzt für andere Jahreszeiten erweitern. Interessant ist auch, wie sich die Beobachtergruppe in Bezug auf den Wortschatz durchgeschlagen hat. – Wörter sammeln, Mind-Maps.

Danach könnte mit der Arbeit in der Lektion begonnen werden. Falls das Top-Thema losgelöst von einem Lehrwerk behandelt wird, kann man jetzt mit der Arbeit damit beginnen – sonst am Ende der Lektion.

Arbeit am Top-Thema:

  • Das Top-Thema als HV bringen. Das heißt, mit Laptop und Lautsprecher arbeiten (noch nicht mit Beamer); dazu das Top-Thema anklicken, dann unten die geeignete Audiosequenz verwenden. Die Teilnehmer machen sich Notizen.
  • Danach Partnerarbeit: „Was haben wir verstanden?“ – Die Benutzung des Wörterbuchs explizit verbieten. Ansonsten greife ich so wenig wie möglich in den Unterrichtsverlauf ein.
  • Ich teile den reinen Text des Top-Themas (ohne Fragen und Worterklärungen) auf Papier aus. Die Zweiergruppen kontrollieren und verbessern ihre Aufzeichnungen anhand des Textes so weit, wie möglich.
  • Ich teile ein Arbeitsblatt auf Papier aus. Es enthält (a) die vorgegebenen Worterklärungen, (b) die vorgegebenen Fragen zum Text und (c) folgende Aufgabe zu den Textabschnitten:

Bitte lesen Sie die folgenden Aussagen! Welche Aussage passt am besten zu welchem Abschnitt des Textes?

  1. Das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven hat ein Eislabor. Johannes Freitag arbeitet dort. Er untersucht dort Eis, das aus der südlichen Polarzone stammt.
  2. Im Sommer ist die Arbeit in der Kühlkammer für Johannes Freitag angenehm.
  3. Johannes Freitag ist ein Wissenschaftler, der an einem milden Tag im Winter im Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven arbeitet.
  4. Man kann anhand der Bohrkerne das Klima bestimmen, das zu bestimmten Zeiten in der Vergangenheit geherrscht hat. Auf dieser Basis ist vielleicht eine Prognose auf die zukünftige Entwicklung des Klimas möglich.
  5. Die Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven arbeiten bei großer Kälte. Im Labor machen sie Untersuchungen an Eis, das aus den Tiefen der Antarktis kommt.
  6. Werner Freitag holt einen Eisbrocken aus einer Kiste und zerteilt ihn dann mit einer Säge.
  7. An den Eigenschaften des Eises können die Forscher feststellen, wie das Klima in bestimmten vergangenen Zeiten war und wie es in Zukunft sein wird.
  8. Die Bohrkerne bestehen aus Eis, das aus bis zu 3000 Metern Tiefe geholt wurde. Johannes Freitag zersägt sie, damit sie in verschiedenen Labors untersucht werden können.
  9. Die Arbeit in der Kühlkammer ist für Johannes Freitag nicht immer angenehm.
  10. Die Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven können bestimmen, wie das Klima in der Vergangenheit war. Sie arbeiten dabei in sehr großer Kälte.

Bitte wählen Sie die Aussagen aus, die am besten zu den einzelnen Abschnitten passen:
Abschnitt 1: Aussage …
Abschnitt 2: …..
Abschnitt 3: …..
Abschnitt 4: …..
Abschnitt 5: …..

Die Aufgaben werden zunächst in Einzelarbeit gelöst. Ich schalte währenddessen den Beamer ein und projiziere die Seite des Top-Themas an die Tafel. Nach schätzungsweise fünfzehn Minuten Arbeitszeit, wenn die meisten Teilnehmer die Aufgaben grob gelöst haben und nur noch mit Detailfragen kämpfen, erlaube ich den Gebrauch der Wörterbücher. Es ist jetzt auch möglich, mithilfe des WordXplainers Worterkärungen an der Tafel zu zeigen. Ich möchte immer noch möglichst wenig selbst erklären, möchte aber die Verwendung des Xplainers etwas steuern.

  • Die Lösungen, die ganz bestimmt vorher, bei der Wortschatzarbeit schon in Partnerarbeit besprochen wurden, werden zur Sicherheit noch einmal im Plenum verglichen und – wenn nötig – begründet.

Hausaufgabe:

  • Die einzelnen Gruppen stellen ihre Wetterprognosen bzw. –beobachtungen in den Klassenblog. (Wenn ich die Bearbeitung des Top-Themas an die Lektion anschließe, kann ich diese Aufgabe auch schon früher geben.)
  • Lektüre des Originaltextes im Internet. Es sollten für jeden Abschnitt Expertengruppen gebildet werden, die sich vorrangig um die Bedeutung ihres Textabschnitts kümmern. (Begrenzung der Aufgabe, denn der Originaltext überfordert die Kursteilnehmer sprachlich.)
  • Jeder Kursteilnehmer schreibt einen Text über das Klima in seinem Heimatland.

Zweite Unterrichtsphase:

  • Die Texte über das Klima im Heimatland werden verglichen: Die TN lesen sie sich in Kleingruppen vor.
  • Die Expertengruppen stellen ihren Abschnitt des Originaltextes im Plenum vor. (Arbeit mit Laptop und Beamer)
  • Abschließendes Plenumsgespräch:
  • Was wissen Sie über Klimaveränderungen?
  • Wie könnte man die Klimaveränderung aufhalten oder abbremsen – oder ist das gar nicht nötig?

Der Text des Top-Themas zielt ja in Richtung Klimaveränderung. Ich möchte aber in der Mitte der B1 dieses Thema weder erschöpfend diskutieren noch schriftlich bearbeiten.

Weitere Aktivitäten:

Die Texte über das Klima im Heimatland werden in den Klassenblog gestellt. Zusammen mit den Aufzeichnungen über den Wetterverlauf ergibt das im Klassenblog sozusagen ein Kapitel „Wetter und Klima“.

Einige dieser Texte formuliere ich mithilfe von HotPot in Lückentext-Übungen um. Diese Übungen sollen zur Festigung des Wortschatzes „Wetter und Klima“ dienen und können als Wiederholungsübungen von den Teilnehmern zu Hause gemacht werden. (Es ist zu erwarten, dass in den Schülertexten die gebräuchlichsten Wörter aus diesem Bereich vorkommen.) Die HotPot-Übungen werden mit dem Klassenblog verlinkt.

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